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Die Gärten von Schloss Schönbrunn – einst kaiserliches Jagdrevier, heute Weltkulturerbe. Barocke Visionen, höfische Pracht und botanische Vielfalt prägen diesen einzigartigen Ort in Wien. Hinter prächtigen Alleen und kunstvollen Verzierungen verbirgt sich ein Ort voller Geschichten: Pflanzensammlungen, musikalische Darbietungen und private kaiserliche Rückzugsorte machten die Gärten von Schönbrunn zu einer Bühne für kaiserliche Selbstdarstellung.
Schönbrunn liegt am westlichen Rand Wiens – dort, wo sich die Landschaft zum Wiener Becken hin öffnet. Was als Jagdgebiet der Habsburger begann, wurde unter Maria Theresia und Franz I. Stephan zu einem Symbol absolutistischer Ordnung: ein französisch inspirierter Barockgarten mit zentraler Achse, Grand Parterre, Gloriette und Neptunbrunnen. „Frankreich war hier das große Vorbild – Versailles, die Gärten Ludwigs XIV.“, erklärt die Kunsthistorikerin Anna Mader-Kratky. Der Film spürt dem Erbe dieser Machtdemonstration nach und trifft die Menschen, die den Komplex am Leben erhalten: das Team in den Freilandgärten, das jedes Jahr Hunderttausende Pflanzen züchtet; Gärtner, die den 145 Hektar großen Park nach historischen Vorgaben pflegen; sowie Experten, die den Schönbrunner Zoo – den ältesten zoologischen Garten der Welt – erforschen und weiterentwickeln und dabei den historischen Komplex bewahren. „Der Gründer, Kaiser Franz Stephan, hatte eine besondere Verbindung zur Natur. Deshalb liegt die Menagerie in der zentralen Sichtachse des Schlosses“, sagt Direktor Stephan Hering-Hagenbeck.
Zwischen der Großen Orangerie, dem Palmenhaus und den botanischen Sammlungen begegnet der Film einer Fülle von Pflanzen großer Vielfalt: von Orchideen über mehr als 500 Jahre alte Sukkulenten bis hin zu historischen Zitrusbäumen, die als symbolträchtige Pflanzen ihre eigenen Geschichten erzählen. „Schon in der Renaissance galten Zitruspflanzen als Symbol des ewigen Frühlings – und damit auch der ewigen Herrscherdynastie“, sagt die Kunsthistorikerin Claudia Gröschel von den Österreichischen Bundesgärten.
Wie bei einem Spaziergang führt uns die Reise durch die Gärten von Schloss Schönbrunn und ihre Epochen: durch alte Lindenalleen und vorbei an exotischen Palmen, hinein in die Gewächshäuser, wo Orchideen von Hand bestäubt und fleischfressende Pflanzen gepflegt werden. Sie öffnet Türen, die sonst verschlossen bleiben – etwa in das Innere des Neptunbrunnens, wo ein 225 Meter langer Tunnel bereits zu Zeiten von Kaiserin Maria Theresia das Wasser in Bewegung setzte und so den Reichtum der Herrscherdynastie unterstrich. Antike Statuen im Park verkörpern die zentralen Tugenden der Habsburger und verkünden deren politische Agenda. Unter Kaiser Franz Joseph entstand schließlich das mächtige Palmenhaus als neues Wahrzeichen aus Glas und Stahl – ein Symbol kaiserlicher Pracht und botanischer Neugier, das bis heute fasziniert.
Der Film erzählt nicht nur von Macht und Pracht, sondern auch von Anekdoten und persönlichen Geschichten: vom namensgebenden Brunnen mit seinem kostbaren Quellwasser, von Kaiserin Elisabeths versteckter Gartenwohnung, von einer „alten Dame“ unter den Sukkulenten, die seit Jahrhunderten überlebt hat. Das sind Details, die überraschen und Schönbrunn in ein neues Licht rücken. Zwischen der Gloriette und dem Neptunbrunnen, der Großen Orangerie und dem Palmenhaus offenbart sich Schönbrunn als ein Garten voller Geschichten – majestätisch, lebendig und stets in Bewegung.
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