Inhalt
Teil 4 der mehrteiligen Dokumentationsreihe „Die Habsburger in Europa“ führt durch zahlreiche Regionen und das ereignisreiche 18. Jahrhundert. Vom repräsentativen Prunkbau zur medizinischen Einrichtung zeigen die besuchten Orte den Weg vom Hochbarock in die Aufklärung, der sich über drei Generationen der Dynastie erstreckt.
Die Spuren, die das mächtige Herrschergeschlecht in dieser Zeit hinterlassen hat, zählen zu den eindrucksvollsten Objekten des baukulturellen Erbes mehrerer europäischer Länder, lassen sich aber auch in wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Errungenschaften unserer Zeit wiederfinden.
Die Reise beginnt mit Karl VI. und führt von Wien donauaufwärts nach Melk, wo sich eines der schönsten Barockensembles der Welt befindet. Im Stift Melk wird die enge Beziehung zwischen Kaiser und Kirche hervorgehoben und der verherrlichende Charakter der Barockkunst beleuchtet, die unter der Regentschaft der Habsburger ihre volle Blüte entfaltet. Mit Karl VI. verwelkt zugleich der jahrhundertealte Mannesstamm der Habsburger. Zum ersten und einzigen Mal steht mit Maria Theresia nun eine Frau an der Spitze der Dynastie. 1736 heiratet sie Franz Stephan, den Herzog von Lothringen. Wir begeben uns nach Nancy, der ehemaligen Hauptstadt des Herzogtums und nach Lunéville, wo Franz Stephans Vater das Versailles Lothringens errichten ließ.
Der Österreichische Erbfolgekrieg bringt uns nach Brünn/Brno, mit der Festung Spielberg das wichtigste Bollwerk der Habsburger in Mähren, sowie nach Pressburg/Bratislava. Im Martinsdom wird Maria Theresia 1741 zum König von Ungarn gekrönt. Erst später lässt sie die Pressburger Burg zu der barocken Wohnburg umbauen, die heute das prächtige Wahrzeichen Bratislavas darstellt.
Auch eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Wiens entspringt einem Umbauvorhaben Maria Theresias, die ein Jagdschloss zur repräsentativen Sommerresidenz verwandeln lässt. Wir betrachten Schönbrunn aus verschiedenen Perspektiven, die unter anderem die Lebensphasen Maria Theresias widerspiegeln.
Der Reformeifer von Joseph II. wird heute noch unterschiedlich bewertet, unbestritten sind die von ihm unterstützten Errungenschaften der Medizin, die im Josephinum, 1784 als medizinisch-chirurgische Akademie eröffnet, in Szene gesetzt werden. Unter Joseph II. erhält Mozart endlich seine Anstellung am Hof. Wir widerlegen die Legende vom Armenbegräbnis des Komponisten und stoßen dabei auf eine weniger nachhaltige Reform des Kaisers, das schlichte Gemeinschaftsbegräbnis mit Klappsarg.
Die kurze Regentschaft von Leopold II. führt uns in die Toskana, die er als Großherzog zu einem Musterstaat der Aufklärung verwandelt. Mit ihm endet die progressive Phase der Habsburger.
Franz I./II. lässt sich in Laxenburg die Franzensfeste errichten. Während er in seiner Ritterburg die gute alte Zeit idealisiert, findet das Heilige Römische Reich sein Ende.
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